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Augmented Reality im e-Commerce

Autor: Maximilian Rudolph

Wie Augmented Reality im e-Commerce figures immens verbessert.

Was ist AR?

Augmented Reality (“AR” oder “erweiterte Realität”) ist eine Technologie, bei der die Realität über ein Headset oder die Kamera eines Smartphones um digitale Inhalte erweitert wird. Im Gegensatz dazu steht Virtual Reality (“VR”), wobei die Benutzer in eine völlig neue, gänzlich digitale Welt eintauchen.

Während Virtual Reality daher hauptsächlich im Entertainment Bereich genutzt wird, findet AR wegen des Realitätsbezuges zahlreiche Anwendungen im Business-Sektor und in der Arbeitswelt. Über die letzte Zeit hat sich Augmented Reality zu einem starken Marketing, e-Commerce und B2B Tool entwickelt.

Falls du wissen willst, wie AR sonst noch eingesetzt wird, findest du hier die komplette Liste mit zahlreichen Augmented Reality Anwendungsbeispielen.

Onlineshops mit Augmented Reality

AR hilft dabei, sich das Produkt vor dem Kauf vorzustellen. Es wird in einen neuen, realen Kontext gebracht. Für den potenziellen Kunden, der vor einer Kaufentscheidung steht, ist das wesentlich hilfreicher als die üblichen zweidimensionalen Abbildungen.

Das wohl bekannteste Beispiel für AR im e-Commerce ist die IKEA Place App. Sie erlaubt dem potenziellen Kunden, Möbel digital in den Raum zu stellen und so Anordnung, Farben usw. zu planen. Auch Firmen wie der Sportgeräte-Hersteller Peloton nutzen Augmented Reality bereits in ihrem Webshop. Ähnlich wie bei IKEA Place kann sich der Benutzer da ein 3D Modell des Peloton-Bikes im Kontext seines Zimmers anschauen.

Für Shopbetreiber bietet sich auch ein Virtual Try-On System an. Das erlaubt dem Kunden nicht nur Kleidung, sondern auch Frisuren, Schmuck, Makeup etc. digital anzuprobieren. Kleidung online zu kaufen ist immer ein Risiko. Bei vielen Produkten wie z.B. Uhren und Mützen ist eine kurze Anprobe sehr sinnvoll. Durch Augmented Reality lässt sich das sehr gut auch ohne einen Ladenbesuch machen.

Immer häufiger arbeiten Shopinhaber im stationären Einzelhandel auch mit Smart Mirror Technologie. Dabei ist es das Spiegelbild, was durch digitale Inhalte erweitert (“augmented”) wird. Die Kleidungsstücke erscheinen dann im Spiegel am Körper.

AR bietet also die Möglichkeit, Produkte im gewünschten Kontext zu sehen. Das führt häufig zu einem Kunden, der sich mit seiner Entscheidung sicherer fühlt und mit seinem Kauf zufriedener ist.

Vorteile für Shopbetreiber

Über die letzten Jahre ist der e-Commerce stark gewachsen. Deutlich machen das die folgenden Zahlen. Im Jahr 2013 lag der Umsatz in diesem Bereich noch bei 40 Milliarden Euro. Im Jahr 2020 waren es bereits 73 Milliarden. Laut Statista kaufen 94 % aller Internetnutzer online. Das alles bedeutet, dass es viel zu holen gibt, aber auch, dass viele mitmischen wollen. Shopbetreiber müssen sich also zunehmend abheben und dafür bietet sich im e-Commerce insbesondere Augmented Reality an. Vor allem, weil die Technologie für Viele Nutzer noch neu und aufregend ist und dazu enormen Mehrwert bietet.

Verbesserte Conversion

So berichtet zum Beispiel NexTech AR, ein großes AR Studio aus Kanada, von einer Marketingkampagne für Miele von unglaublichen Erfolgszahlen. Conversions (Impressionen, die zu Käufen führen) seien um 300 % gestiegen. Die click-through-rate (CTR), d.h. die tatsächlichen Klicks auf Werbebanner usw. im Verhältnis zu dessen Ansichten, soll sich um 32 % gesteigert haben. Das User-Engagement auf den Seiten von Miele soll in Folge der Kampagne um 66 % gestiegen sein. NexTech berichtet auch, dass das Ganze dazu noch extrem ökonomisch sein soll. Im Schnitt war, laut NexTech, bei diesem Beispiel der Klick für den Werbetreibenden um 23 % günstiger.

Weniger Retouren

Und nicht nur der Kunde freut sich, wenn AR ihm hilft, eine sicherere Kaufentscheidung zu treffen. Für Shopbetreiber lohnt sich das umso mehr. Eines der größten Problem im Online Shopping, die Retouren, sind nach Berichten der Firma Macy’s nach Einsatz von Augmented Reality bei unter 2 % angekommen. Es wird auch wesentlich weniger Support und Reparaturen benötigt. All das spart Arbeit und Zeit und damit Kosten.

Lagerhaus Optimierung

Firmen, wie DHL forschen außerdem schon seit Längerem an AR Systemen zum Einsatz in Lagerhallen. Dort können Laufwege optimiert und intuitiv dargestellt werden, sodass Organisations- und Pickingzeiten minimiert werden. Auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch, Maschine und Anlagen kann mit Augmented Reality AR optimiert werden. Durch die Anwendung von Tablets, Smartphones und Datenbrillen ergeben sich ganz neue Lösungen für die Darstellung von Abläufen und Aufgaben.

Marketing

Die Vorteile für Marketing-Kampagnen liegen auf der Hand. AR-Anwendungen können sich schnell zum viralen Hit entwickeln, da Kunden diese Erfahrung mit anderen teilen wollen. Eine gut gemacht AR-App kann zudem kostenlose PR bekommen. So wird etwa die App von Ikea immer wieder als gutes Beispiel erwähnt. Erwähnungen in der Presse sind im e-Commerce beinahe unbezahlbar.

Vorteile für Kunden

Die Technologie wäre nicht sonderlich erfolgreich, wenn der Kunde davon nicht mindestens genauso profitiert wie der Shopbetreiber. Was also sind die Vorteile für Kunden?

Erleichterte Kaufentscheidung

Der Kunde kann sich das Produkt vor dem Kauf besser vorstellen. Wie gesagt: AR sorgt für neue, realistische Kontextualisierung. 49% der Kunden soll das die Kaufentscheidung erleichtern (GetApp ‘Studie’ von 2020).

Die Technik ist einfach spannend

Augmented Reality wirkt oft wie aus einer Zukunftsvision, Technik, die man vor ein paar Jahren noch im Science-Fiction-Film gesehen hat. Umso aufregender ist, dass man jetzt schon so einkaufen kann. Im Marketing wird AR oft eingesetzt, um Inhalte “shareable” zu machen. Das heißt, die Inhalte werden, weil sie so aufregend sind, vom Nutzer über die eigenen Social-Media-Kanäle verbreitet. Das hat natürlich zahlreiche Vorteile für Shopbetreiber.

In Ladengeschäften ist die Produktauswahl limitiert, online nicht

Das ist zwar ein Vorteil, den Onlineshopping generell gegenüber dem stationären Handel hat. Trotzdem nutzen laut einer Studie von GetApp 42 % der Kunden AR wegen der hohen Verfügbarkeit von Produkten im Onlinehandel.

 

Augmented Reality e-Commerce Beispiele

Augmented Reality findet im e-Commerce Bereich bereits jetzt einige namhafte Anwender. So war etwa die bereits erwähnte AR-Kampagne von NexTech im Auftrag von Miele unglaublich erfolgreich. Aber die Anwendungen gehen über die von Miele und Peloton hinaus. Die Wandfarben Firma Dulux Paint gibt ihren Kunden die Möglichkeit, Farben an der Wand auszuprobieren.

Angebote wie diese können auch durch AR-Konfiguratoren ergänzt werden. Dabei lassen sich Produkte wie z. B. Öfen, Autos, Sneaker usw. direkt im Raum konfigurieren. Der Kunde kann Produkte nicht nur im richtigen Kontext anschauen, sondern sie auch beliebig anpassen. Das riesige Potenzial für Firmen ist wohl offensichtlich - der Kunde bekommt genau was er will! Der Mehrwert für den Kunden ist sehr groß.

AR Apps und WebAR

Nun gibt es aber nicht nur eine Möglichkeit, AR zu nutzen. Typisch war bisher die Nutzung mit einer App auf dem Smartphone. Mittlerweile lässt sich Augmented Reality aber auch über WebAR plattformübergreifend im Browser nutzen. Natürlich hat beides seine Vor- und Nachteile.

WebAR ist den nativen Apps hauptsächlich in puncto Erreichbarkeit überlegen. Ein Nachteil von AR-Apps sind die Downloadzeiten, die der Nutzung immer vorgeschaltet sind. Viel “schlimmer” ist allerdings, dass der potenzielle Kunde die Website verlassen muss, um die App über den AppStore herunterzuladen. Diese Probleme hat man bei der Webnutzung nicht. Die Schwelle, die überwunden werden muss, bevor die Augmented Reality Experience nutzbar wird, ist wesentlich geringer.

WebAR erlaubt es Onlineshops, potenzielle Kunden auf der Seite zu behalten und trotzdem AR anzubieten. Kombiniert werden kann das auch mit einem QR-Code. Der Nutzer muss den Code nur noch mit dem Handy scannen und kann sofort loslegen.

Während das Herunterladen einer App in der Unterhaltungsbranche normal ist (z. B. Pokémon Go), ist die Geschwindigkeit beim Online Shopping entscheidend. Händler tun daher gut daran, ihre Augmented Reality Anwendungen so einfach wie möglich zu halten. WebAR ermöglicht dies.

Fazit

Für Onlineshops und Einzelhandel stellt AR zurzeit einen großen Hebel dar, mit dem Konsumenten angesprochen werden können. Augmented Reality im e-Commerce wird in der nahen Zukunft eine noch größere Rolle spielen und Händler sollten sich bereits jetzt fragen, ob sie diese Technologie zeitnah implementieren.

Aktuell können Konsumenten noch mit diesem Mehrwert überrascht werden - in einigen Jahren wird es aber vermutlich schlichtweg zum Standard geworden sein. Denn Virtual und Augmented Reality setzen sich immer stärker durch. Große Technologie-Konzerne wie Apple, Facebook und Google investieren zur Zeit gigantische Summen in AR und VR, was diese Entwicklung zusätzlich stark antreibt.

 

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