Technologie · · Zielgruppe: Techies / AR-Interessierte

Augmented Reality Headset Vergleich

Autor: Maximilian Rudolph

Welche AR-Brille / Welches AR Headset ist das richtige? Was soll ich kaufen?

Was ist AR?

AR steht für Augmented Reality. Das ist in letzter Zeit in aller Munde und das nicht nur unter Techies. Bereits etwas bekannter und schon länger im Gespräch ist VR (Virtual Reality). Dabei taucht der Nutzer mit einem VR Headset in eine völlig neue digitale Welt ein. VR-Brillen werden hauptsächlich im Entertainment Bereich eingesetzt.

Im Gegensatz dazu steht AR, wo die reale Welt nicht ersetzt, sondern erweitert wird. Software sorgt mit speziellen Tracking-Verfahren dafür, dass digitale Inhalte wie 3D Modelle, Texte usw. im dreidimensionalen Raum platziert werden können. So können beispielsweise Arbeitsanweisungen, Notizen oder Kleidung an bestimmten Orten auf die reale Welt projiziert werden - Anwendungsbeispiele gibt es unzählige.

Durch den starken Realitätsbezug findet Augmented Reality vor allem im Marketing und B2B, aber auch im Entertainment sinnvollen Einsatz.

 

AR Headsets im Vergleich

Du bist also auf der Suche nach dem passenden Augmented Reality Headset? Dann bist du hier richtig. Wir haben uns auf dem riesigen und unübersichtlichen Markt umgesehen und die spannendsten Geräte herausgesucht.

In den letzten Jahren hat sich viel getan im AR Bereich, Headsets kamen auf den Markt und sind wieder verschwunden. Andere wurden angekündigt und nie realisiert.

Daher hier eine Liste ausgewählter Geräte, die den aktuellen Markt abbildet, einen Überblick gibt und aktuelle oder vorgestellte Produkte beinhaltet.

Wichtig ist hier: Vor dem Blick auf den Preis solltest du definieren, wie du das Headset in Zukunft anwenden willst. Die meisten Geräte, die über 1000 Dollar kosten, sind nicht für den Entertainment-Nutzer zu Hause entwickelt, sondern richten sich in erster Linie an Industrie-Anwender.

Begriffe:

  • Display: Das Display ist dafür verantwortlich, die digitalen Inhalte, um die die reale Welt ergänzt wird, darzustellen. Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze.
  • FOV: Steht für “field of view” und beschreibt das Sichtfeld des Headsets, also den Bereich, in dem sich digitale Inhalte darstellen lassen. Zum Vergleich: Der Mensch hat mit beiden Augen ein FOV zwischen 200 und 220 Grad.
  • Anschlüsse: Anschlüsse werden je nach Art des Headsets für unterschiedliche Dinge genutzt. Das kann zum Beispiel Datenübertragung zwischen Prozessor und Brille, Aufladen des Akkus oder Ähnliches sein.
  • Auflösung und Refresh Rate: Die Auflösung bezieht sich in diesem Fall auf die des Displays. Unabhängig davon, in welcher Auflösung die Inhalte zur Verfügung stehen, bestimmt das Display in welcher Qualität sie angezeigt werden können. Die Refresh Rate beschreibt, wie oft das Display das Bild in der Sekunde aktualisiert.
Name Preis Zielgruppe Display FOV Anschlüsse Auflösung
Lynx $500.00   Freeform
Prism
90* / 90* USB-C 1600x1600
90Hz
Microsoft HoloLens 2 €3849.00 Industrie Waveguides 43* / 29* USB-C 1440x936
60Hz
MagicLeap One $2295.00 Entertainment Waveguides 40* / 30* USB-C 1280x960
122Hz
Nreal Light €799.00 Entertainment Birdbath Optics 52* Diagonal USB-C 1920x1080
60Hz
Al-New Zapbox $40.00 Entertainment Handy ist Display, Prozessor, Kamera und Sensor
Vuzix Blade $799.99 Entertainment & Industrie Waveguides 19* Micro USB 480x853
/
Toshiba dynaEdge AR100 $2399.99 Industrie Kleiner Bildschirm im Sichtfeld   USB-C 640x360
Google Glass Enterprise Edition 2 $1399.00 Industrie Birdbath Optics 83* USB-C 640x360

Lynx

Die Lynx ist eine brandneue MR-Brille, deren Produktion über Kickstarter finanziert wird. MR bedeutet, dass die Brille sowohl AR als auch VR kann. Die Kickstarter-Kampagne ist abgeschlossen, die Brille ist vorgestellt und sieht sehr vielversprechend aus. Die Community wartet jetzt gespannt auf den Verkauf der Brille.

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Holo Lens 2

Das wahrscheinlich prominenteste Beispiel für (erfolgreiche) AR Brillen ist die HoloLens von Microsoft. Sie richtet sich deutlich an Industrieanwender, bringt einiges an Funktionen und ist besonders für Entwickler gut dokumentiert. An der HoloLens wird gut deutlich, wie stark sich die Headsets, die für die Heimnutzung entwickelt sind von denen für die Industrie unterscheiden. Die Brille ist deutlich teurer, größer und schwerer als die für die Nutzung zuhause.

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MagicLeap One

Die MagicLeap One ist eine der “frühen” kommerziellen AR Brillen. Sie war zwar kein durchschlagender Erfolg, ebnete aber sicher den Weg für weitere Entwicklungen. MagicLeap ist zurzeit kurz vor dem Launch der zweiten Version - vorgestellt wurde sie schon.

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Nreal Light

Nreal hat mit der Light eine Brille entwickelt, die den Markt völlig aufgemischt hat. Die Firma hat bereits gesagt, dass sie für AR Headsets werden möchte, was Apple für Smartwatches ist. Die Nreal Light richtet sich eindeutig an den Consumer für Entertainmentanwendungen.

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All-new ZapBox

Zappar, Entwickler sämtlicher AR-Lösungen, bringt mit der zweiten Version von ZapBox eine hochwertige AR-Brille zum selbst zusammenbauen auf den Markt. ZapBox ist dabei lediglich der Rahmen. Sie nutzt das Smartphone des Users als Display, Prozessor, Kamera und Sensor.

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Vuzix Blade

Die Firma Vuzix bietet eine Reihe von AR Headsets an. Mit der Blade ist eine Brille auf den Markt gekommen, die ähnlich der Nreal light den Anspruch hat auszusehen, wie eine normale Brille. Berichten zufolge lässt der Tragekomfort allerdings zu wünschen übrig.

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DynaEdge AR100

Mit der DynaEdge steigt Toshiba in den AR-Bereich ein. Die Datenbrille ist als Zusatzgerät für Toshibas DynaEdge Minicomputer entwickelt und läuft mit Windows.

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Google Glass 2

Mit ihrer ersten AR Brille war Google zuerst Vorreiter, bis die Brille ein unglaublicher Misserfolg wurde. Mit der zweiten Version, die Google als “Enterprise Edition” auf den Markt bringt, macht sich die Firma im Bereich AR wieder relevant. Das Gerät wird von vielen als sehr vielversprechend beschrieben.

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Braucht es ein Headset für AR?

Es nicht nur eine Möglichkeit, AR-Erlebnisse zu nutzen. Im Wesentlichen gibt es zwei Optionen: die Nutzung per App mit dem Smartphone oder über ein Augmented Reality Headset. Beide Varianten haben dabei ihre Vor- und Nachteile.

Der Vorteil eines Headset oder einer Datenbrille ist die Immersion, die sie bieten kann. Das heißt, die nahtlose Integration von Augmented Reality in den Alltag. Das geht unter anderem, weil die Displays / der Bildschirm direkt vor dem Auge sitzen und durch das Gestell dort sicher befestigt sind. Datenbrillen bieten außerdem meist ein viel größeres Sichtfeld (sog. FOV = field of view), als ein einziger Smartphone-Bildschirm jemals könnte. Zudem hat der Benutzer beide Hände frei, was insbesondere bei der Anwendung im Arbeitsalltag unumgänglich ist.

Sind also Headsets oder Brillen für erweiterte Realität zwingend nötig? Definitiv nein. Viele Augmented Reality Lösungen brauchen überhaupt kein Headset, um gut zu funktionieren. Ganz im Gegenteil, einige funktionieren sogar besser auf dem Smartphone. Etwa, wenn eine Lösung sofort und für jeden verfügbar sein muss. Kein Nutzer will zuerst ein Headset kaufen, um mal eben zu sehen, wie der neue Schrank im Schlafzimmer aussieht.

Auf der anderen Seite haben Anwendungen ohne AR Headset auch für den Anbieter große Vorteile. Eine App auf dem Smartphone kann zum Beispiel sofort für Millionen von Nutzern zugänglich gemacht werden - Headsets sind schlichtweg noch nicht so sehr verbreitet.

AR Headsets sind also im Allgemeinen definitiv kein muss für bestimmte Anwendungen allerdings extrem sinnvoll.

Das richtige AR Headset auswählen

Nutzungsbereich definieren

Geht es darum, das Headset zu finden, das zu einem passt, ist die geplante Anwendung natürlich besonders relevant. Soll das Headset zu Hause für Entertainment wie Spiele, Filme und Serien, Kochrezepte usw. genutzt werden? Oder geht es um eine Anwendung in einem professionellen Rahmen, wie 3D Visualisierung von Produkten und Produktionsabläufen, live Video-Chats mit Remote-Experten, Lagerhausoptimierung usw.?

Anforderungsprofil erstellen

Ist einem der Nutzungsbereich klar, sollte man sich mit den daraus resultierenden Anforderungen an das Headset auseinandersetzen. Diese sind von Anwendung zu Anwendung und von Nutzer zu Nutzer verschieden. In gewissen Situationen ist ein großes Sichtfeld wichtig, in anderen kommt es zum Beispiel darauf an, viel Bewegungsfreiheit zuhaben. Manch einem User wird wichtig sein, dass das Headset nicht zu sehr aufträgt und alltagstauglich ist. Grundsätzlich kann man allerdings sagen, dass Headsets bei der Anwendung in der Industrie viel höheren Anforderungen gerecht werden müssen. Dieses Thema ist für den Heimnutzer also weniger relevant.

Verfügbare Software / Apps prüfen

Auch in Abhängigkeit von der geplanten Nutzung ist besonders für den Hobby-Nutzer wichtig, welche Software auf der anvisierten Brille läuft. Ist man auf bestimmte Software angewiesen, kann das die Auswahl an Brillen, die infrage kommen, deutlich eingeschränkt werden. Schließlich laufen nicht alle Programme auf allen Headsets.

Reviews lesen / ansehen

Hat man sich zu all diesen Faktoren Gedanken gemacht, sollte man ein recht klares Profil vor Augen haben, in das die Brille passen muss. Nun geht es um den direkten Vergleich zwischen den Modellen. Wo stimmt für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis, was ist mir besonders wichtig und welches Headset kann mir das bieten? Dabei sind Reviews online eine gute Informations-Quelle. Sie sind schnell gelesen bzw. geschaut, es gibt sie in Hülle und Fülle und viele davon sind sehr professionell und wissenschaftlich aufgezogen. So kann man sich ein gutes, unabhängiges Bild machen und eine sinnvolle, zufriedenstellende Kaufentscheidung treffen.

Fazit

Es gibt also bereits einige sehr spannende Produkte auf dem Markt. Da die Kosten zum Teil recht hoch sind, lohnt es sich, vorab zu recherchieren und die eigenen Anforderungen zu definieren. Wie man sein Augmented Reality Headset nutzen will, entscheidet darüber, welches Modell infrage kommt.

Wir werden diese Liste erweitern, sollten sich weitere Produkte etablieren.

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Matthias
Matthias Hamann
Digitale Konzeption

Über den Autor

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