Digitale Strategie, Marketing & Web · · Zielgruppe: AR-Interessierte

Augmented Reality erweitert die Realität in Schleswig-Holstein

Chirurg PD Dr. Rene Rusch mit einer AR-Brille im Hybrid-OP des UKSH.

In Schleswig-Holstein ist anhand zahlreicher Digitalisierungsprojekte erlebbar, was in der Zukunft auf uns wartet und welche Rolle Augmented Reality (AR) bei diesem Transformationsprozess spielt.

Mit unserer Technologie- und AR Agentur sind wir kürzlich von Hamburg in das schöne Schleswig-Holstein gezogen und haben uns hier in diesem Bereich mal umgesehen. Einige spannende Beispiele und Projekte haben wir im Folgenden zusammen getragen.

Schleswig-Holstein ist in der Energietechnik bereits seit Jahren führend. Der Fokus liegt schon lange auf Innovation und mit entsprechenden Ambitionen geht das Bundesland auch das Thema Digitalisierung an. Man hat sich kein geringeres Ziel gesetzt, als innerhalb Deutschlands in diesem Bereich eine führende Rolle einzunehmen. Das macht diesen Standort so spannend für uns.

Wir fühlen uns in diesem nördlichsten Bundesland bereits sehr wohl und wollen unseren Beitrag dazu leisten, die gesteckten Ziele zu erreichen. Was könnte hier besser passen, als die Technologie Augmented Reality voranzubringen? Wir möchten den Unternehmen und allen anderen Interessenten in der Region zeigen, was die erweiterte Realität bietet und warum das heute für viele Branchen und Projekte so wichtig ist.

In diesem Beitrag skizzieren wir den Status quo von Augmented Reality in Schleswig-Holstein. Was gibt es bereits und was sind die spannendsten Beispiele? Wir verdeutlichen, wie groß das Potenzial für die kommenden Jahre ist.

Was ist Augmented Reality?

Wenn wir die reale Welt durch die digitale erweitern, ohne gleich eine vollständig neue virtuelle Umgebung zu erschaffen, sprechen wir von Augmented Reality. Damit lässt sich die Technologie klar von der Virtual Reality abgrenzen, die den Nutzer seine reale Umwelt vergessen lässt. Wir nutzen AR für die Erweiterung der Realität um nützliche Zusatzinformationen und Inhalte.

In der Praxis der Unternehmen bestehen im Bereich Extended Reality vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Der E-Commerce hat das Potenzial für sein Marketing erkannt. Wenn wir online shoppen gehen, können wir Schuhe virtuell anziehen und andere Produkte ausprobieren, als wären wir im physischen Ladengeschäft. Diese Revolution steht zwar erst am Anfang, nimmt aber aktuell Fahrt auf.

Für die Umsetzung ist nicht mehr erforderlich als die Kamera zum Beispiel eines Smartphones. Das Gerät nimmt die Umwelt auf und fügt in der App die gewünschten virtuellen Inhalte hinzu. Diese erscheinen auf dem Bildschirm, als wären sie tatsächlich Teil der Realität. Neben Mobilgeräten funktioniert das auch mit speziellen Datenbrillen.

Digitale Transformation

Digitale Technologien verändern unsere Wirtschaft und die ganze Gesellschaft. Das ist ein fortlaufender Prozess, den wir als digitale Transformation bezeichnen. Sie erfasst die Unternehmen und die öffentliche Verwaltung und hat tiefgreifende Konsequenzen für Konsumenten. Jeder ist davon betroffen. Extended Reality ist als digitale Technologie ein Teil dieses umfassenden Veränderungsprozesses.

Für Unternehmen bedeutet die digitale Transformation häufig, dass sie auf veränderte Kundenerwartungen reagieren müssen. Das gelingt, indem sie ihre Prozesse anpassen. Sie entwickeln völlig neue digitale Geschäftsmodelle, um mit den Anforderungen häufig gerade der jüngeren Zielgruppe mitzuhalten. Ein Bundesland wie Schleswig-Holstein ist auf verschiedenen Ebenen von diesem Prozess erfasst.

Mit der digitalen Transformation möchte Schleswig-Holstein nichts weniger als seine Zukunftsfähigkeit sichern. Seit 2017 existiert in dem Bundesland ein Digitalisierungskabinett, die Digitalisierung ist für die Landesregierung ein zentrales Thema. Von der erfolgreichen Transformation hängen ökonomisches Wachstum, der zukünftige Wohlstand und auch die Chancengleichheit ab. Sehen wir uns also an, wie weit man im Norden bereits auf diesem Weg gekommen ist.

Beispiele für Extended Reality in Schleswig-Holstein

Beispiel 1: Anwendung von AR im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)

Das UKSH bietet uns einen Blick in die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung. Diese 5G-Klinik stößt viele Entwicklungen an, die uns in Zukunft auch in anderen Krankenhäusern und gesundheitlichen Versorgungszentren begegnen dürften. Dazu gehören der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Diagnostik, die Fernuntersuchungen oder die digitale Sprechstunde. Spannend für unsere Betrachtung ist die Behandlung des Themas Extended Reality.

Extended Reality spielt für das UKSH eine besonders wichtige Rolle. Mit der AR-Brille auf dem Kopf ist es möglich, der Ärztin oder dem Arzt bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Das bietet zum Beispiel neue Möglichkeiten in der praktischen Wissensvermittlung, wenn es um die Ausbildung neuer Mediziner geht. Diagnosen sind anhand hochauflösender Diagramme detaillierter erstellbar. Das Klinikum erprobt das.

Dank AR ist es möglich, Organstrukturen in einem bisher nicht erreichten Detailgrad zu studieren. Die Bilder stammen direkt aus der Computertomografie (CT) und gelangen von dort zur AR-Brille. Der Nutzer sieht Knochen und Organe plastisch vor sich. Vorteile bestehen aber auch im Austausch zwischen den Medizinern durch die Möglichkeiten der Echtzeit-Konnektivität.

Beispiel 2: Fernunterstützung mit Augmented Reality im Mittelstand-Digital Zentrum Schleswig-Holstein

Das Mittelstand-Digital Zentrum Schleswig-Holstein arbeitet am effektiveren Einsatz von Personal und greift für den Remote Support auf AR zurück. Die Fernunterstützung bedeutet, dass der Mitarbeiter nicht mehr für jeden Einsatz vor Ort sein muss. Unter entsprechender Anleitung können die Kunden viele Dinge selbst erledigen, wie zum Beispiel kleinere Reparaturen. Dank Datenbrille lassen sich alle wichtigen Informationen aus der Umgebung dazu übertragen. Der Support blickt dem Kunden aus der Ferne über die Schulter, als wäre er selbst vor Ort.

AR ermöglicht in diesem Zusammenhang einen ressourcenschonenden Einsatz von Fachpersonal. Die Unternehmen können ihr Spezialwissen an einem Ort bündeln und dann Service-Mitarbeiter mit Grundausbildung rausschicken, die von ihren Kollegen aus der Entfernung Unterstützung erhalten. Das ist auch eine Antwort auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel.

Das Mittelstand-Digital Zentrum Schleswig-Holstein hat das Potenzial der Technologie AR erkannt und erkundet den Nutzen. Ein externer Mitarbeiter könnte die per Kamera aufgezeichnete reale Umgebung am Einsatzort zum Beispiel mit farblichen Markierungen ergänzen, dort, wo er den Fehler an einer Anlage oder einem Gerät vermutet. Der Mitarbeiter im Außendienst muss nicht mehr alles selbst wissen. Damit lässt sich vorhandenes Know-how viel effizienter nutzen.

Beispiel 3: Digitales Storytelling im museum4punkt0

Historische Kontexte mittels digitalem Storytelling zu vermitteln ist das Ziel eines Projekts, das die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Form einer Web-App für Extended Reality erreichen möchte. Digitale Technik macht verborgene Geschichten erzähl- und damit für die Nutzer erfahrbar. AR erweitert mit Zusatznutzen die Realität und in diesem Fall den musealen Raum, den das Projekt um eine digitale Erzählebene ergänzt.

Für den Barockgarten auf der Museumsinsel Schloss Gottorf, das Jüdische Museum Rendsburg und das Freilichtmuseum Molfsee sind insgesamt fünf AR-Hotspots geplant, die Objekt-, Raum- und Nutzungsgeschichten visualisieren und frühere Erscheinungsbilder und Nutzungsszenarien im Vergleich verdeutlichen. Das bietet neue Möglichkeiten, die Geschichte eines Ortes zu vermitteln.

Beispiel 4: Die Kunst des Reparierens per Virtual Reality an der FH Kiel erfahren

Die Fachhochschule Kiel hat ein VR-Spiel entwickelt, in dem die Nutzer eine Klanginstallation reparieren müssen, die sich auf dem Campus befindet. Das funktioniert nur per Kooperation. Ein Spieler nimmt die Manipulationen in der virtuellen Umgebung vor, der andere schlägt im Handbuch nach und gibt Anweisungen.

Im Gegensatz zur Extended Reality baut VR eine vollständige virtuelle Welt auf, die im Falle dieses Projekts aber weiterhin einen Bezug zur Realität aufweist. Das experimentelle Projekt fand im Wintersemester 20/21 unter der Betreuung von Prof. Dr. Patrick Rupert-Kruse und Prof. Dr. Franziska Uhing statt. Ziel war es, mittels Kommunikation die physische und die virtuelle Welt miteinander zu verbinden.

Fazit

Schleswig-Holstein hat das Potenzial von Augmented und Virtual Reality erkannt. Das zeigen die vielfältigen Projekte, die diese Technologie erkunden und bereits heute einen Mehrwert für die Nutzer schaffen. Das Bundesland kann hier eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es den eingeschlagenen Weg konsequent beschreitet. Für uns ist das die Bestätigung, dass wir uns am richtigen Standort befinden. Jetzt freuen wir uns darauf, unseren Beitrag für erweiterte Realitäten in Schleswig-Holstein zu leisten.

 

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Matthias
Matthias Hamann
Digitale Konzeption

Über den Autor

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