· · Zielgruppe: AR-Interessierte

Was kostet Augmented Reality?

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Immer wieder werden mein Team und ich gefragt, was die Programmierung von Augmented Reality Anwendungen kostet. Eines direkt vorab: Eine einfache Anwendung liegt in der Regel zwischen 5.000 EUR und 25.000 EUR. Komplexere und sehr individuelle Apps können deutlich darüber liegen – in der Praxis hängt das aber von vielen Aspekten ab.

Deshalb haben wir uns entschlossen, unsere Erfahrungen mit diesem Thema zu teilen und eine Einschätzung zu wesentlichen, den Preis bestimmenden Faktoren zu geben.

Kostenfaktoren bei der Augmented Reality Entwicklung

Die Kosten einer Augmented Reality Anwendung lassen sich schlecht pauschalisieren. Insbesondere entscheiden aber folgende grobe Stellschrauben über die Augmented Reality Kosten:

Das Vorhaben

Faktoren gibt es viele, ganz besonders nehmen allerdings die geplanten Features Einfluss auf den Preis - logisch.

Beispiele für eine unterschiedliche Preisspanne könnte etwa so aussehen. Eine einfache AR-Quicklook-Anwendung ist relativ schnell und günstig umgesetzt. Eine Standalone-App, die im AppStore oder Goolge Play veröffentlicht werden soll, ist deutlich aufwändiger. Sollen AR-Anwendungen gar mit Augmented Reality Brillen genutzt werden, sprechen wir wieder von einem anderen Projekt. Außerdem beeinflussen Abbildungsqualität, Tracking Methode, die über Qualität und Präzision des Trackings bestimmt und einige weitere Faktoren die Kosten maßgeblich.

Bei AR Anwendungen unterscheidet man im Wesentlichen zwischen drei Kategorien

Einfache Produktdarstellungen

Einfache Produktdarstellungen sind trotz abgespeckter Features sehr starke Tools, um Produkte zu präsentieren.
Im Vergleich bleibt der Entwicklungsaufwand überschaubar, es ist fast keine Software-Programmierung, sondern eher 3D-Arbeit nötig. Um den Prozess weiter zu beschleunigen, werden viele standardisierte Integrationen eingesetzt.
Beispiele für einfache Produktdarstellungen sind Quicklook- bzw. SceneViewer Anwendungen. 

Individualisierte AR-Lösungen

Individualisierte AR-Lösungen sind stärker auf den Kunden zugeschnitten und machen auch einen entsprechend hochwertigeren Eindruck. Auch das Feature-Set wird individuell ausgelegt und bestimmt ebenfalls über die resultierenden Kosten. Häufig werden hier ebenfalls externe Frameworks oder AR-SDKs eingesetzt, die allerdings zum Teil mit hohen Lizenzkosten verbunden sein können. 

Industry- / Enterprise-Grade

Enterprise-Grade Lösungen sind das Nonplusultra, allerdings auch die kostspieligste Alternative. Die gesamte Software oder App wird nach individuellen Anforderungen von Grund auf und für eine AR-Brille entwickelt. So entstehen wenige externe Abhängigkeiten. Überdies ist Platz für sehr umfangreiche Feature-Sets.
Besonders geachtet wird auch auf eine stabile Server-Infrastruktur, Backup Systeme und einfache Wartungsmöglichkeiten der Lösung nach dem Deployment.

Datenbasis und Inhalte

Außerdem entscheidend für die spätere Gestaltung des Projekts ist die Ausgangslage. Diese entscheidet, wie viel und welche Arbeit die Entwickler vor sich haben.

Wichtig ist zunächst, ob überhaupt 3D-Daten vom Objekt vorhanden sind. Liegen keine Daten vor, müssen Produkte und Komponenten manuell und häufig zeitaufwendig von Grund auf neu modelliert werden. Aber auch wenn es 3D-Daten gibt, fällt in den meisten Fällen noch Arbeit an. Die Daten müssen aufbereitet und für sogenanntes Echtzeit-Rendering optimiert werden. Da Objekte in der späteren AR Anwendung “live” in die Umgebung eingefügt werden, muss die Software in der Lage sein, die 3D-Modelle 30 oder sogar 60 Mal pro Sekunde neu zu rendern. Dafür müssen die Daten speziell optimiert sein.

Zudem ist es wichtig, ob für die angestrebte Anwendung Texte, Bilder, Videos usw. benötigt werden und ob dieser Content schon vorhanden ist oder noch produziert werden muss.

Die Umsetzung

Ein sehr wesentlicher Kostenpunkt ist natürlich die Umsetzung. Hier sind Faktoren vor allem das “Wer?” – wer übernimmt die Entwicklung der Augmented Reality Anwendung, “Wann?” – wie sieht der Zeitplan aus und “Was?” – welche Technologien werden eingesetzt.

Wer übernimmt die Umsetzung?

Je nachdem, ob man eine große, renommierte Agentur, eine mittelgroße Agentur, ein kleines Studio oder einen einzelnen Freelancer beauftragt, ändert sich natürlich entsprechend der Preis. Je größer die Augmented Reality Agentur, desto höher die Preise, mit denen gerechnet werden muss.

Auch die geografische Lage des Entwicklers spielt eine Rolle - und auch keine unwesentliche. Entwickler aus Südamerika, Indien und Osteuropa sind in puncto Preis oftmals wesentlich vorteilhafter als ihre amerikanischen oder europäischen Kollegen. Allerdings ist es hier ratsam, hinsichtlich der Qualität der Arbeit besonders genau hinzuschauen oder ggf. die Arbeiten von einem Software-Spezialisten überwachen zu lassen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Ganz grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Zeit die Entwickler zur Verfügung haben, desto weniger kostet das Projekt. Oder andersherum: Je schneller es gehen muss, desto mehr Budget sollte eingeplant werden. Das ist sicher kein entscheidender Hebel, aber dennoch ein erwähnenswerter. Insofern sollte bei AR-Projekten rechtzeitig mit der Planung begonnen werden.

Welche Technologien werden eingesetzt?

Die Kosten der Entwicklung kommen besonders stark auf die eingesetzten Technologien und den sog. Tech-Stack an. So gilt, wie bereits gesagt, je simpler und standardisierter, desto weniger schlägt die Entwicklung zu Buche. Nutzt man Standardkomponenten, die schon vorgefertigt sind, entfällt in Teilen Design- und UX-Arbeit und sind die Features entsprechend geplant, lässt sich Zeit bei der Programmierung sparen. Je individueller die Features, desto aufwändiger und damit teurer wird die App-Erstellung. Features, wie Echtzeit-3D-Modeling, Objekterkennung oder individuelle App, sind im höheren Preissegment einzuordnen.

Durch die Nutzung von sogenannten AR-Frameworks bzw. AR-SDKs lässt sich viel Geld bei der Programmierung sparen - auch wenn diese häufig mit Lizenzkosten verbunden sind. Es schadet nicht, etwaige Dienstleister früh nach dem Einsatz solcher Frameworks zu fragen. In der Regel kommen diese ohnehin in fast allen Projekten zum Einsatz.

Welche Phasen umfasst die Entwicklung?

Um verstehen zu können, woher die Kosten bei der Umsetzung von AR-Apps kommen, werfen wir einen Blick auf den typischen Entwicklungsprozess.

  1. Ideation/Konzept
  2. Prototyping & Design
  3. Programmierung
  4. Testing und Optimierung
  5. Deployment

Konzeption

Der erste Schritt ist die Konzeptionsphase. Hier geht es darum, Ideen zu sammeln und den Grundstein für die gesamte Umsetzung der Augmented Reality Anwendung zu legen, Funktionsweise und Zielsetzung der Lösung werden festgelegt. Oft wird hier bereits klar, ob Kunde und Anbieter zusammenpassen - läuft der Prozess flüssig, ist er ertragreicher, effizienter und so im Endeffekt günstiger. Hier ist die Arbeit mit kleineren Dienstleistern oft schneller und unkomplizierter.

Tatsächlich ist die Konzeptionsphase in der Praxis ein Aspekt, bei dem viele zu sparen versuchen. Dabei ist ein gutes, solides Konzept sehr gut investiertes Geld, da es später in der Umsetzung meistens Kosten, Zeit und unnötig viele Feedback-Loops spart.

Prototyping & Design

Das Design, gemeint ist sowohl User-Interface (UI) als auch User-Experience (UX), ist mal mehr, mal weniger wichtig. Manchmal, das ist oft in der Industrie der Fall, geht es hauptsächlich um gut programmierte Features und weniger um das Aussehen der App. Bedienbarkeit und Intuitivität sind allerdings trotzdem wichtig. Geht es jedoch um Apps, die die eigene Firma bzw. Marke repräsentieren und die beispielsweise über den AppStore an viele außenstehende Nutzer verteilt werden sollen, ist das UI-Design ein entscheidender Faktor. Der größte Teil der Außenwirkung und Nutzbarkeit einer App wird über das User-Interface kommuniziert. Je nach Dienstleister und Anspruch des Kunden kann also auch das UI/UX Design zu einem nicht unwesentlichen Kostenpunkt werden.

Programmierung

Wie bereits besprochen hängen die Kosten bei der Programmierung vom Vorhaben, den eingesetzten Technologien und der Wahl des Dienstleisters ab. Die Programmierung ist allerdings häufig der mit Abstand zeitintensivste Teil des gesamten Entwicklungsprozesses - je nach Anforderungen, Komplexität und Grad der Individualität. Nur bei einfachen Produktdarstellungen via AR-Quicklook oder ähnlichen Technologien spielt der Aufwand für Software-Entwicklung eine eher untergeordnete Rolle.

Mehr zum Thema AR-Quicklook

Testing und Optimierung

Augmented Reality Anwendungen erfordern in der Regel ein hohes Maß an Testing und Optimierung. Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden. In der Praxis ist ein signifikanter Teil der Kalkulation diesem Posten gewidmet – idealerweise geht er transparent aus dem Angebot hervor.

Delivery / Release

Eventuell etwas Marketing, unter Umständen Gebühren bei der Veröffentlichung in Appstores, Absprache mit der IT-Abteilung der auftraggebenden Firma - das Deployment der entwickelten Lösung ist zwar im Verhältnis oft kein sonderlich großer Kostenpunkt, sollte allerdings trotzdem beachtet werden. Achtung: Bei nativen AR-Lösungen fallen je nach Anwendungsart signifikante Vermarktungskosten für die App in den Stores an.

Maintenance

Bei der Maintenance (Wartung) geht es darum, die entwickelte Lösung ständig am Laufen zu haltenregelmäßig auf den neuesten technischen Stand zu bringen bzw. um Features zu erweitern. Besonders bei Enterprise-Grade-Lösungen ist dieser Punkt wichtig – vor allem hinsichtlich der Sicherheit von Nutzern und Daten. Hier geht es natürlich um kontinuierliche Ausgaben über einen längeren Zeitraum.

Kosten bei der AR Entwicklung sparen

Die wohl interessanteste Frage lautet, an welchen Stellen sich guten Gewissens sparen lässt.

Eine besonders geeignete Methode ist dabei das sogenannte Design-to-Cost-Verfahren. Man konzipiert von vornherein um ein festgelegtes Budget herum und überlegt, wie sich das Maximum an Features herausarbeiten lässt. So entsteht in der Regel eine solide Anwendung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und klarem Budget-Rahmen. Bei diesem Ansatz ist die Konzept-Phase besonders wichtig, denn in dieser werden die wesentlichen kostenrelevanten Entscheidungen getroffen. Zusätzlich kann es in der Anfangsphase hilfreich sein, einen erfahren Berater ins Boot zu holen.

Auch ist nicht für jeden Augmented Reality Anwendungsbereich eine perfekte Abbildungsqualität notwendig. So lässt sich zum Beispiel problemlos an Detailreichtum der 3D-Modelle oder individuell gestalteten Elementen sparen. Für eine simple Objektplatzierung, beispielsweise um Möbel im Zimmer digital auszuprobieren, muss nicht gleich eine vollständige Enterprise-Grade App entwickelt werden. Weniger ist hier oftmals mehr!

Eine gute Basis an existierenden 3D-Daten, beispielsweise CAD-Daten aus Konstruktion oder bereits erstellte 3D-Modelle sparen den Entwicklern viel Arbeit und dadurch fällt der Preis natürlich geringer aus.

Besonders attraktiv sind auch immer WebAR-Lösungen, nicht nur um Kosten zu sparen. WebAR ist extrem flexibel und bietet eine große und stark steigende Bandbreite an möglichen Nutzungsszenarien. Kosteneffizient ist diese Technologie vor allem, weil die Software vollständig im Browser läuft. Dadurch spart man sich die Entwicklung einer eigenen App und die Veröffentlichung in Appstores, erhält aber trotzdem attraktive AR-Darstellungen. Teilweise ist web-basiertes Augmented Reality im Vergleich zu “normalen” AR-Apps in Bezug auf Erreichbarkeit und Nutzerfreundlichkeit vorteilhafter.

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Fazit

Was lässt sich also festhalten?

Zunächst: Die Kosten von Augmented Reality Anwendungen sind pauschal schwer einzuschätzen. Vorab gibt es in der Regel viele Fragen zu klären.

Es gibt viele Stellschrauben – Faktoren, mit denen sich die Kosten steuern lassen. Daher sind zwei Dinge besonders wichtig:

Es kommt auf eine solide Konzeption an. Gegebenenfalls hilft ein Design-to-Cost Ansatz dabei, Kosten zu sparen und eine wirtschaftliche, für alle Seiten attraktive und Lösung zu finden. Auch ein klug gewähltes stufenweises Vorgehen, mit dem man die Investition auf einen längeren Zeitraum verteilt, kann sehr hilfreich sein.

Pauschal-Aussagen zu Kosten sind immer kritisch zu sehen. Eine gute Beratung und ein konstanter und enger Dialog mit dem Anbieter sind für den Auftraggeber von großem Vorteil – besonders in der Anfangsphase, denn hier werden die wichtigen technischen und gestalterischen Entscheidungen für Augmented Reality Apps getroffen.

Als Faustregel lässt sich sagen: Große Agenturen sind tendenziell relativ teuer, denn Reputation und hohe Fixkosten müssen hier mitbezahlt werden. Häufig kaufen diese sogar zusätzliche oder gar ausschließlich externe Expertise ein – auf gut Deutsch also Subdienstleister. Dahingegen bieten kleinere Agenturen oder Studios oft ein wesentlich attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Also: Viel fragen, die Anwendung gut und zusammen mit einem erfahrenen Partner durchdenken und einen passenden Dienstleister für die Umsetzung wählen. Dadurch lässt sich erfahrungsgemäß ein sehr guter Preis für ein vernünftiges Endergebnis erzielen.

FAQs

Wie hoch sind die Kosten für Virtual Reality Anwendungen?

Es ist wichtig zu wissen, dass AR und VR (Virtual Reality) sich in vielen Aspekten unterscheiden. Wir sind Spezialisten für Ihre AR Anwendung. Lesen Sie hier mehr über den Unterschied: Virtual Reality.

Welche Technologie nutzt ihr?

Als AR-Spezialisten sind wir immer auf dem neusten technologischen Stand. Wir können alle möglichen Projekte und Anwendungen umsetzen. Das umfasst nicht nur webbasierte AR-Anwendungen, sondern auch individualisierte Apps für Seethrough AR Brillen.

Was sind die Grenzen von AR?

Die Grenzen finden wir oft bei der Technik der Endnutzer. Es kann eine Weile dauern, bis neue Standards und Technologien sich auf den Geräten aller Nutzer verbreitet haben. Gleichzeitig werden Smartphones und AR Brillen immer besser und bieten eine Plattform für innovative Produkte und Applikationen. Dadurch können ständig neue Potenziale freigeschaltet werden.

Könnt ihr meine AR-Anwendung erstellen?

Wir haben bereits viel Erfahrung mit Augmented Reality und sind sicher, dass wir auch Ihnen helfen können. Ob App oder webAR Anwendung, wir haben bereits zahlreiche Projekte umgesetzt und mit unseren Produkten Nutzer begeistern können. Schauen Sie sich unsere Website weiter an, um mehr zu erfahren oder rufen Sie uns an.

 

 

Illustration von Lukas Bischoff / www.artill.de

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Matthias
Matthias Hamann
Digitale Konzeption

Über den Autor

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